Innenminister Ulbig zum Neonazi-Terror von Heidenau: „Alkohol spielte ’ne Rolle.“

Image and video hosting by TinyPic

Am Samstag, den 22.8.2015, erklärte der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU) die Ausschreitungen vom Freitagabend im MDR-Fernsehen mit den Worten:

Es hat Alkohol ’ne Rolle gespielt, Menschen haben sich hochgeschaukelt. (…) Ich muss ganz klar sagen, das hat nichts mit Protest zu tun, das ist unakzeptabel und wir werden die Menschen bestrafen.

Am Samstag Abend versammelten sich erneut zahlreiche „besorgte Bürger“ und „Asylgegner“ vor der Flüchtlingsunterkunft und starteten eine „offensichtlich organisierte massive Attacke“ gegen die Polizei, wie ein Polizeisprecher erklärte. Beamte wurden mit Steinen, Flaschen und Böllern beworfen. Über Verhaftungen und Bestrafungen liegen bis dato keine Informationen vor.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière erfindet derweil einen neuen Euphemismus:

Flüchtlingsfeindlichkeit

Image and video hosting by TinyPic

Es waren natürlich keine Flüchtlingsfeinde, die da den Rechtsstaat vorführten, sondern, wie Spiegel Online gestern schon titelte, Asylgegner, bzw. Asylkritiker, wie die sächsische Polizei schrieb:

Im Polizeibericht zur der Eskalation der zweiten Nacht werden die am Samstagabend randalierenden Rechtsextremisten als „Gruppe mit zeitweise rund 250 Personen, die sich asylkritisch äußerten“, beschrieben. Es sei aus „aus der Personengruppe der Asylkritiker heraus zu einem organisierten Angriff auf die eingesetzten Polizeibeamten“ gekommen. Zwei Beamte seien verletzt worden. (Tagesspiegel 23.8.2015)

Image and video hosting by TinyPic

Image and video hosting by TinyPic

Thomas de Maizière zeigt sich im MDR Interview überrascht von rechter Gewalt unter Alkoholeinfluss:

Die, ähm, Proteste waren friedlich angemeldet, unter Einfluss von Alkohol sind sie eskaliert. Die Polizei hat die Lage dann in den Griff bekommen. Aber ich finde wir können jetzt nicht jede Demonstration unter Generalverdacht stellen, dass sie so gewalttätig wird.

Image and video hosting by TinyPic

Dujardin Werbung in Illustrierte Zeitung, Dezember 1944

Die ARD Journalistin Anja Reschke in einer Maischberger Sendung zum Thema „Die Flüchtlingskrise: Politiker ratlos, Gesellschaft:

Jetzt erzähl ich aber auch mal was aus dem Nähkästchen, das war eine Veranstaltung, bei der nicht gedreht werden durfte, da war eine aufgeheizte Stimmung, es war also außen rum Sicherheitspersonal, es waren einige einschlägige Rechte im Raum und natürlich eine aufgebrachte Menge von Leuten, die dieses Flüchtlingsheim verhindern wollen. Alle schrien da rum, sie wollen die da nicht haben, und dann steht eine einzige Frau auf, eine junge Frau, und sagt „Entschuldigung, ich wollte mal was anderes sagen, ich möchte gern wissen, wie ich den Flüchtlingen helfen kann.“ Was passiert? Ihr wird das Mikrofon entrissen, sie wird niedergeschrien, außen rum stehen zehn Sicherheitsleute, und der Innenminister von Sachsen, der vorne sitzt, sagt nicht: Entschuldigung, lassen Sie die Frau aussprechen, sondern es passiert nichts. (Transkript Klaus Fürst)

Ein Kommentar

  1. Pingback: Die Wegbereiter des AfD-Wahlerfolgs bei den Landtagswahlen | Machtelite

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: