Brandanschlag auf Flüchtlingsheim Tröglitz: Zeit Online Redaktion empfiehlt Flüchtlinge in linken Wahlbezirken anzusiedeln

Ein Zeit-Online Redakteur hat anlässlich des Brandanschlags auf das Flüchtlingsheim Tröglitz tief ins braune Klo gegriffen:

Artikel: Asylbewerber: Feuer in Tröglitzer Flüchtlingsheim

Im Kommentarbereich diese ZON-Artikels ist eine heftige Debatte entfacht worden. Der Auslöser war ein Kommentar eines Nutzers, der mit einer sogenannten Redaktionsempfehlung bedacht wurde:

Nutzer FrankyX kommentierte:

„1. Ein Vorschlag:Wieso muss man die Flüchtlinge gleichmässig über die Republik verteilen? Kann man sie nicht in Gebieten unterbringen, in denen sie erwünscht sind? Man könnte zum Beispiel den Stimmanteil bei der Bundestagwahl für linke Parteien als positiven Standortfaktor heranziehen und in den linken Wahlbezirken verstärkt die Verfolgten ansiedeln.“

Sowohl dieser Kommentar als auch die erfolgte Redaktionsempfehlung veranlasste den zuständigen Redakteur zu einer Stellungnahme, die er in dem Leserkommentar als Anmerkung ergänzte:

„Anmerkung: An dieser Redaktionsempfehlung wird viel Kritik geübt. Redaktionsempfehlung heben aber unter anderem oft wiederholte Standpunkte einer Debatte hervor, um diese zur Diskussion zu stellen. Bitte kritisieren Sie also nicht die Redaktionsempfehlung, gerade wenn Sie anderer Meinung als der/die LeserIn sind. Stattdessen können Sie den Inhalt des Beitrages mit argumentativen und sachlichen Kommentaren kritisieren. Wenn Sie sich übrigens die anderen Redaktionsempfehlungen ansehen werden Sie feststellen, dass sie viele verschiedene Standpunkte wiedergeben. Die Redaktion/dd“

Dass eine Redaktionsempfehlung im Nachhinein vom Redakteur erläutert wird geschieht meines Wissens äußerst selten auf Zeit Online. Die Argumentation des Redakteurs ist erschreckend hilflos. Der „Standpunkt“ Flüchtlinge in „linken Wahlbezirken anzusiedeln“ wurde in dem allerersten Kommentar des Artikels vertreten. Ob dieser Standpunkt in der Debatte (welche Debatte eigentlich ?) an anderer Stelle „oft wiederholt“ wurde ist fraglich und der Redakteur ordnet dies Empfehlungskriterium letztlich auch „unter anderem“ ein.

Der Kommentar des Nutzers FrankyX ist bestenfalls naiv und erzielt den klassischen Effekt ,den sogenannte Trolle in Diskussionen provozieren: Ablenkung vom eigentlichen Thema (in diesem Fall Rassismus, dessen Ursachen, Gewalt gegen Flüchtlinge). Mit welcher Rechtsgrundlage sollte eine solche selektive Verteilung legitimiert werden? Wie links muss ein Wahlbezirk sein? Sollen Endlager für Atommüll nun ausschließlich in „rechten Wahlbezirken“ entstehen. Schlimmstenfalls legt der Kommentar eine Logik nahe, nach der deutsche Wähler keine Flüchtlinge in ihrer Nachbarschaft zu erwarten haben, wenn sie ihr Kreuz nur an der richtigen Stelle, also im rechten Spektrum, machen.

Die Frequenz islamophober und rassistischer Kommentare ist in der Vergangenheit auch auf ZON stetig gestiegen. Manches wird toleriert, anderes von der Redaktion gelöscht. Warum nun dieser Kommentar ausgerechnet mit einer Empfehlung belegt wurde wird wohl ein Rätsel bleiben. Fakt ist, die Reaktionen auf den Kommentar des Nutzers FrankyX wurden mehrfach beschnitten.

Facebook Kommentare:

Image and video hosting by TinyPicNSU-Komplex: drei Jahre systematische Vertuschung

19 Kommentare

  1. Xenoglossia

    Also nachdem ich hier einen vergleichenden Vorschlag (Atommüll in „rechte Wahlbezirke“) lesen durfte, muss ich sagen: Bin dafür! Die Linken nehmen die Flüchtlinge und die rechten nehmen den Atommüll. Das nenne ich mal Win-Win

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  2. friedjochs

    Xenoglossia, ja klingt lustig, ist es aber nich. Abgesehen davon, dass der atommüll eher zu den cdu-wählern gehört, sind die rechten bereits verstrahlt genug und brauchen nich noch mehr nahrung für ihre opfermythen. und weil mit solchen leuten keiner in einem ort wohnen will, haben sie bereits einige verwaiste landstriche unter ihrem saufkarreneinfluss. was sie wiederum für atommüllendlager qualifiziert. aber die mafia hat in den usa auch mit der müllabfuhr fuß gefasst. lassmers also lieber.

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  3. Bernd

    Naja – der Atommüll käme dieser Logik zufolge ja in die Bezirke der Atombefürworter, ich bin mir nicht sicher inwiefern die rechten Parteien das vertreten, Naturschutz finden die meisten Rechten ja auch toll. Genau wie Tierversuche würde das doch eher in mehrheitlich FDP-wählenden Kreisen landen.

    Gute Frage, was dann bei den Rechten landen würde – Truppenübungsplätze?

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  4. Harald Himmel

    Ich muss ganz ehrlich sagen, so blöd finde ich die Idee garnicht. Ganz einfach deshalb, weil man in der Vergangenheit da oftmals extrem unsensibel vorgegangen ist und ein Asylantenheim auch schon mal mitten in einer Nazihochburg eröffnet hat.

    Dass das ziemlich sicher nicht lange gut geht und man so die Sicherheit der Flüchtlinge nicht garantieren kann, sollte sich eigentlich von selbst verstehen. Ich erwarte da einfach mehr Intelligenz von den Verantwortlichen bei der Planung, Punkt.

    Ich bin ja etwas betroffen, dass anscheinend ziemlich viele diesen Beissreflex gegen jeden, der links von einem selbst steht, schon derartig verinnerlicht haben, zusammen mit der relativistischen Annahme, dass links ja mit rechts gleichzusetzen ist, dass man hier offensichtlich nicht begreift warum man Asylanten und Nazis nicht zwingen sollte, als Nachbarn zusammenzuleben.

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  5. Ein Meinung zu haben ist schön und gut, aber Meinungen sollen sich im Diskurs herausbilden. Von daher finde ich die Empfehlung gerechtfertigt. Mehr sogar, wer nur einseitig Kommentare durchlässt und empfiehlt, macht sich dessen schuldig, was man – auch- als Gleichschaltung bezeichnen könnte.
    These, Antithese, Synthese. Altbekanntes Schema. Wer diesem nicht folgt, und sich nicht mit der Gegenseite auseinandersetzt, hat auch für seine Meinung keinerlei Argumente vorzubringen, außer „Ist meine Meinung“ oder „Weil es das Richtige ist“.

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    • George, um Missverständnissen vorzubeugen: ich plädiere keinesfalls für einseitiges Durchlassen von Kommentaren, zumal auch auf ZON genau dieses immer mal wieder geschieht. Warum allerdings dieser Kommentar empfohlen wurde, erschließt sich mir absolut nicht. Eine Auseinandersetzung mit dem Vorschlag „Flüchtlinge in linken Wahlbezirken ansiedeln“ wäre auch ohne „Einmischung“ der Redaktion entstanden. Ich halte diesen Vorschlag nach wie vor für nicht praktikabel, und schlimmstenfalls gefährlich, da er eine Auseinandersetzung mit Rassismus verdrängt zu Gunsten einer „Lösung“, die den Verfechtern der sog. national befreiten Zonen in die Hände spielen würde.

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      • TAG

        Ich denke ZON empfiehlt den Kommentar weil er die Echo Chamber (gibts dafür einen deutschen Begriff?) aufbricht die oft in votingbasierten Kommentarsystemen auftritt: Da alle um die Sichtbarkeit ihres Kommentars bangen werden selten kontroversere Vorschläge gemacht was eine sinnvolle Debatte unmöglich macht. Erst durch den Kommentar von FrankyX ist es schließlich Kommentatoren wie dir möglich Argumente anzubringen! Im übrigen schließe ich mich aber deiner Argumentation zum Thema an, Flüchtlingsheime nur in bestimmte Wohngebiete zu verteilen ist auf keinen Fall eine Lösung aus den von dir genannten Gründen.

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  6. jörn

    Entschuldigung, ich scheitere leider schon beim Einstieg in die Debatte.
    Asylbewerber = Flüchling?
    (In meiner gemeinde zB kommen alle menschen, die sich um asyl bewerben/beworben haben aus dem kosovo, bulgarien und nordafrika.)
    Gilt für Flüchtlinge nicht ein eigenes Recht?

    Entschuldigung, noch einmal, aber da fällt es mir schon schwer, einzusteigen.

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  7. DerHeinz

    Ich bin dafür, die Flüchtlinge in größeren Lagern zentral zu konzentrieren. Mit hohem Sicherheitszaun und Wachtürmen könnten sie dann vor rechtsradikalen Übergriffen hervorragend geschützt werden.

    Im Übrigen ist „Asyl“ eigentlich eine vorübergehende Notfallmaßnahme und keine Dauerlösung. Statt Deutschkursen, Arbeitserlaubnis und Integrationsbemühungen sollte doch das Hauptziel sein, Flüchtlinge so schnell wie möglich wieder in ihre ursprüngliche Heimat zurück schicken zu können, beispielsweise nach entsprechenden Verhandlungen über ihre Unversehrtheit mit den dortigen Machthabern, oder nachdem die Amis dort entsprechend einen Regime Change herbei gebombt haben. Ach ne, vergesst letzteres, denn das führt nur wieder zu neuen Flüchtlingen.

    Warum soll eigentlich Atommüll in „rechten Nachbarschaften“ deponiert werden? Also ich persönlich bin gegen die Atomkraft und werde für gewöhnlich seeeeeehr weit rechts verortet. Den Atommüll sollte man doch eher in den Gegenden mit Atomlobbyisten bunkern, also da wo die reichen wohnen, die weder rechts noch links sind, sondern OBEN.

    Aber das geht wahrscheinlich über Euren zweidimensionalen rechts-links-Horizont.

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  8. Petr Pano

    Der Vergleich „Flüchtlingsheim“ -> „Atommüll-Endlager“ ist ziemlich daneben. Man könnte fast sagen, der Vergleich kommt auf dem selben vermeintlich „braunen Klo“.

    Schön auch dieser Satz:
    „Schlimmstenfalls legt der Kommentar eine Logik nahe, nach der deutsche Wähler keine Flüchtlinge in ihrer Nachbarschaft zu erwarten haben, wenn sie ihr Kreuz nur an der richtigen Stelle, also im rechten Spektrum, machen.“
    Wo kämen wir denn da hin, wenn man sein Kreuz nur an der richtigen Stelle machen muss um die Politik nach seinen Vorstellungen zu beeinflussen? Und das meine ich jetzt losgelöst von der angesprochenen Thematik.

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  9. M.B.

    Da die Grünen unter Fischer die Laufzeitverlängerung für unsere AKWs durchgesetzt haben und die sog. „Rechten“ immer schon gegen Atomkraft waren, müßte auch der Atommüll dort landen, wo nach dem obigen Vorschlag die Asylbewerber aufgenommen werden😉
    Die Problematik fängt aber mit der Wortwahl an: Menschen, die wirklich um ihr Leben fürchten und die wirklich verfolgt werden- damit hätte doch keiner Probleme in der Nachbarschaft, in entsprechend kleinen Gruppen.
    Wenn aber 800 junge Männer aus zB Syrien neben ein 500 Seelen-Dorf gepackt werden und offensichtlich viel Bargeld, teure Autos und neue Markenklamotten besitzen, wie verfolgt werden die wohl sein? Und wenn sie verfolgt werden, warum lassen die dann ihre Familien in der Gefahr sitzen? Das wäre nach meinem Wertesystem ein Unding. Als erstes würde ich Frau und Kinder in Sicherheit bringen.
    Und dann liest man, daß über 80% der dann noch abgelehnten Asylbewerber trotzdem hier bleiben dürfen und man für den Rest auch noch die bestehenden Regelungen aushebeln möchte. Ehrlich gesagt wundert es mich, daß bislang weit über 90% der Brände in diesen Unterkünften von den Bewohnern selbst gelegt wurden.
    So tolerant ist man in anderen Ländern nicht, wenn Ausländer auf Kosten der Allgemeinheit durchgefüttert und sich gegenüber den Bürgern benehmen würden wie eine offene Hose.
    Wenn das natürlich alles gut ausgebildete Fachkräfte sind, dann…ja dann werden die in ihrer Heimat ganz dringend benötigt und teure Integrations- und Sprachkurse erübrigen sich.
    Und mit dem gesparten Geld könnte man den wirklichen Flüchtlingen ein menschenwürdiges Dasein bieten, bis sie zurück in ihre Heimat können. Wie zB in Australien.

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  10. freiheit für deutschland

    wenn auf hoher see ein schiff sich in einem sturm befindet, krankheiten, fehlernährung, altersbedingte ausfälle vorherrschen, die hälfte der schiffsbesatzung am liebsten mit dem schiff untergehen will, man von anderen schiffen beschossen wird, das schiff lecks hat und das segel gerissen ist, dann macht es keinen so großen unterschied, ob man noch 50 personen vorn oder hinten einquartiert. außerdem hatten die 50 mitfahrenwollenden die möglichkeit und haben sie noch, auf ihren eigenem schiff zu fahren. lässt man sie mitfahren, ist das schiff bald in fremder hand mit fremder besatzung.

    Nennt mir in der Geschichte ein einziges historisches Beispiel, bei dem ein Volk von 80 Millionen Menschen innerhalb von weniger als 50 Jahren sein Land verloren hat! Und zwar völlig ohne Gegenwehr!

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  11. Colarum

    Wie man sieht, sammeln sich die Nazis auch hier umgehend. Von der kaum verhüllten Forderung nach KZs mit „hohem Sicherheitszaun und Wachtürmen“ über den ‚lustigen‘ Vergleich von Flüchtlingen mit Atommüll und die Horrorstory von „800 junge Männer aus zB Syrien neben ein 500 Seelen-Dorf“ des „Offene Hose“-Hetzers M.B. bis zu dem Untergangs-Wahn-Geheule von der Kreatur, die sich „Freiheit für Deutschland“ nennt:

    Der kriminelle braune Pöbel tobt ungeniert. Und auch ungehindert. Und zwar hier wie bei der Zeit, auch dort werden die übelsten Entgleisungen teils erst nach Stunden gelöscht, teils auch gar nicht. Dafür sollte man sich im Gegenzug von den Zeit-Foren-Nazis ungehemmt bepöbeln und verleumden lassen – wer sich da wehrt, dem wird ruck-zuck der Account gesperrt. Für viele Foren gilt inzwischen, was SPON jüngst titelte: „Die Rechten pöbeln, die Masse schweigt.“ Die SPON-Foren selbst allerdings inzwischen selbst so etwas wie PI reloaded.

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  12. M.B.

    @Colarum: Wenn einem die Argumente ausgehen, kommt natürlich die Nazi-Keule und man wird zum „Hetzer“, wenn man eine andere Meinung hat oder gar eine unliebsame Realität beschreibt.
    Zu den 800 überwiegend jungen Männern aus Syrien neben einem 500 Seelen Dorf könnte man sich einfach informieren- das Dorf heißt Wimbern und die Zahlen stammen aus der normalen Tageszeitung. Von 500+X Asylanten wird auf 800+X Asylanten aufgestockt.
    Und der Benimm dieser Menschen sieht so aus, daß die Einwohner mittlerweile viele Bereiche ihres Umfeldes meiden. Vor allem Mädchen und Frauen.
    Meine Bezeichnung: „…wie offene Hose“ ist dabei noch eine freundliche Verharmlosung.
    Der Kleiderspendenmann wurde weggeschickt, die Klamotten wären ja gebraucht. Sie laufen lieber mit teuren Markensachen rum und fahren neuwertige Autos. Was ich ihnen durchaus gönne- nur haben sie dann als Asylant hier nicht auf meine Kosten zu logieren. Sie können in ein Hotel ziehen und selbst zahlen.
    Letzte Woche standen 4 „Flüchtlinge“ hier auf dem Hof und wollten meinem Vermieter einen teuren Ford Kastenwagen mit Womo-Einbauten abkaufen. In der Hand eine Rolle mit 500ern…
    Mein Geld würde ich da lieber zu wirklichen Flüchtlingen umverteilt wissen.
    Das ist hier die Realität, auch wenn Sie das von Ihrem Computer aus nicht sehen oder verstehen können.
    Ansonsten sollten Sie ihre Wortwahl überdenken; keine Argumente, dafür Beleidigungen und stürmerreife Pöbelleien zu Menschen mit anderen Meinungen und mit anderen Erfahrungen sind niveaulos.
    Aber es hat schon was, wenn man nur den hiesigen Zustand beschreibt und dafür als „Hetzer“ bezeichnet wird. Das sagt einerseits etwas über die Zustände, andererseits etwas zum Symptom: Realitätsverweigerung.

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  13. @Colarum
    Wenn es Ihrer Meinung nach eine linke Einstellung ist, abgelehnte Asylbewerber im Land zu behalten, dann ist Ihrer Meinung nach das derzeit geltende Asylgesetz und die Mehrheit der Deutschen rechtsradikal. Das gleiche gilt für das generelle Übersehen von Problemen, die eben bei den Menschen vor Ort auftreten. Alles Rechtsradikale? So denken Geisterfahrer auch: Heute sind aber viele Geisterfahrer unterwegs…

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