Gesche Joost:Steinbrücks kompetente Handydesignerin

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Photo:TU-Pressestelle/Dahl

„Steinbrücks Lotsin durch die digitale Welt“ (Süddeutsche) ist „frisch, jung, kein Nerd“ (Tagesspiegel), und gehört seit sieben Jahren zum persönlichen Beraterkreis von Peer Steinbrück. Anfang Mai 2013 nominierte er „die begeisterungsfähige Netzpionierin und Künstlerin der @Generation“ (Süddeutsche) für sein Kompetenzteam, damit sie „da der alten Tante SPD in Sachen Internet zur Hand geht“ (Süddeutsche).

Apropos zur Hand gehen: Seit 2011 hat Joost eine Stiftungsprofessur des Netzneutralitätgegners Telekom an der Berliner Universität der Künste und leitet seit 2005 das ebenfalls mit der Telekom assoziierte Design Research Lab, wo sie sich überwiegend mit der Frage beschäftigt , ob es spezielle Handys für Frauen geben sollte:

“ Ziel der Designforschung ist es, ein neues Design-Verständnis zu etablieren, das Design nicht nur auf die äußere Gestaltung von Gegenständen begrenzt. Dafür werden zum Beispiel soziale Aspekte wie Sicherheit, Privatsphäre, Gesundheit und Ökologie und ihre Wirkung auf Design untersucht. Geht es um konkrete Designentscheidungen, stehen die Bedürfnisse und Gewohnheiten verschiedener Nutzergruppen im Mittelpunkt. So werden potentielle Nutzer mit designspezifischen Methoden, wie dem Participatory Design, von Anfang an in den Forschungs- und Gestaltungsprozess mit einbezogen, indem sie selbst Prototypen (z. B. für Mobiltelefone) bauen, ihr Kommunikationsverhalten sowie ihre Wünsche und Anforderungen beschreiben. „  Telekom Innovation Laboratories

Die Bedürfnisse und Gewohnheiten der Nutzergruppe Frauen werden von Frau Joost sehr anschaulich einem fetzigen PR-Video der Telekom beschrieben, in dem sie das Telekom Forschungsprojekt „G — Gender Inspired Technology“ vorstellt:

“ Wie wollen eben nicht Stereotype machen. Wir wollen keine kleinen, pinkfarbenen Handys für Frauen machen. (…) Dieser Multi-Ball, den muss ich jetzt mal ein bisschen vormachen. Einmal kann’s ein Kopfhörer sein, dann kann es ein Accessoire sein, das ich mir umhänge. So,und wenn ich dann kommunizieren will dann sprech ich hier ‚rein. Und wenn ich unterwegs bin dann kann ich das Ganze als Handtäschchen so mit mir ‚rumtragen. In einem Prototypen, den eine Frau gebaut hat stand hinten ein Knopf  „Störgeräusche“. Und dann dachten wir, hä, Störgeräusche ? Und dann sagt sie, ja, is‘ doch ganz klar. Wenn man irgendwie jemanden am Telefon hat und den abwimmeln will, weil der redet die ganze Zeit, drückt man auf diesen Knopf und dann sagt man: oh du, die Verbindung ist gerade total schlecht, so krch,krch,krch, ich hör dich gar nicht mehr und kann den einfach abwürgen. Das fanden wir super.(…) Der Prototyp heisst All In One, da ist ein Spiegel mit dabei, da ist eine Disko-Kugel für die Feier, da ist ein Drucker mit dem man immer sofort seine Photos ausdrucken kann und ein wichtiges Accessoire: hier ist ein Pfefferspray integriert.“

Einfach genial!

Das Konzept Video für den Service „jemanden am Telefon abwimmeln“ nun mit dem Namen „Bad Connection“, produzierte die Firma IxDS – Interaction Design Studios GmbH im Auftrag der Telekom.

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Ein weiteres spannendes Feature des Design Research Lab nennt sich Intimate Mobiles und verspricht mehr Nähe durch Feuchtigkeit in unsere Telekommunikation zu bringen:

“ The ‘crying phone’ is an investigation into moisture as a means of interaction in mobile phones. It is equipped with a semipermeable membrane and a motorized sponge that can be pressed against the membrane.The sponge is connected to a nearby water pump, and a moisture sensor on the phone’s front side serves as the corresponding input. The system allows for the usage of liquids as an interactive means, and also can telecommunicate a kiss over a distance.“

Gesche Joost: „Taktilität wird wichtig – das Anfassen und sinnliche Erleben.“  Die Kombination des Heulenden Handys mit der 2005 entwickelten App „Purring Kitty“ wird die Interaktion von Mensch und Maschine revolutionieren.Image and video hosting by TinyPicBefragt zu den datenschutzrelevanten Themen Vorratsdatenspeicherung und Bestandsdatenauskunft antwortet die Internet-Expertin Joost im Welt-Interview rhetorisch geschickt und aussagelos:

Die Welt:

“ Entgegen der Meinung der Netzpolitiker ist die SPD für die Vorratsdatenspeicherung. Richtig so? „

Joost:

“ Das ist ein ganz komplexes Thema, das mit den Vorgaben der EU zusammenhängt. Wir müssten da auf die EU Einfluss nehmen und fragen, wie die Bestimmungen liberaler gestaltet werden können. An dieser Debatte sehen wir aber, wie wichtig die Netzpolitiker bei uns als Korrektiv sind und nicht blind der EU-Linie folgen. Schwarz-Gelb hat nicht auf eine Veränderung in Europa gedrungen und rennen in Vertragsverletzungsverfahren der EU.“

Die Welt:

“ Und dann noch die Bestandsdatenauskunft. Warum ist die SPD dafür, dass selbst bei Ordnungswidrigkeiten sensible Daten überliefert werden?“

Joost:

“ Die SPD ist auch da regulierend tätig geworden und hat die Eingriffe auf schwere Tatbestände reduziert. Die Details habe ich aber noch nicht durchdrungen. Hier werde ich mir in der nächsten Zeit genau anschauen, was wir dort verbessern können.“

Im selben Interview erklärt Joost den Schwerpunkt ihres netzpolitischen Engagements:

„Die Digitalwirtschaft ist ein großer Wachstumsmarkt. Dafür müssen wir politisch die Weichen stellen.“

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